Schlecht gelaunte Feriengäste

Man glaubt es kaum, aber Herr und Frau Schweizer.... (alle anderen natürlich auch) arbeiten im Schnitt ca. 48 Wochen sehr hart um es in den verbleibenden 4 bis 5 Wochen Urlaub schön zu haben. Man spart, man plant, man informiert, man bucht, man vorfreut sich. Und dann... ja dann stehen die Ferien endlich vor der Türe, alles bereit, alles eingepackt und vor Ort wieder ausgepackt, Sonnencrème eingeschmiert, Drink mit Strohhalm vor sich, azurblaues Meer, stahlblauer Himmel. Und dann? Schlechte Laune, Fresse ziehen, rummotzen..... pardon - was habe ich verpasst?
Nun - ich führe in der Ferne ein Hotel und miesepetrige Urlaubsgäste sind teil des Jobs. Aber warum? Warum frage ich mich? Warum nervt ihr euch 48 Wochen über den Job und plangt und sehnt euch nach den Ferien und wenn ihr sie dann habt, vermiest ihr sie euch selber.... Schade!!! Wem geht es gleich und wer tamminonemal kann mir das erklären...

17.03.2010 13:52 von
Romee
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6 BEITRÄGE

 

Kleingeist...... Stressabfall........ Druck....... Genörgel..... notorische Unzufriedenheit..... mangelnde Lebensfreude. Das sollte wirklich zu denken geben. Richtig ist, dass es bei den meisten Menschen in der verbleibenden 48 Wochen noch viel trister zu und her geht. Da habe ich wohl in ihren freien 4 Wochen hier bei mir den "Lottosechser" gezogen. Nichtsdestotrotz: schreibt es euch hinter die Ohren: geniesst, was ihr habt - ob Ferien oder nicht.... ansonsten macht was draus!
18.03.2010 15:35 von
Romee

 

@Romee: Schau doch einfach mal, mit welchem Gesichtsausdruck die meisten Menschen jeden Tag in Zürich rumlaufen... Meinst Du, die Mundwinkel können plötzlich auf Lebensfreude schalten, nachdem sie 48 Woche beinhart auf den Ausdruck von Unzufriedenheit trainiert worden sind? Kleingeist bleibt Kleingeist und das Brett vorm Kopf begrenzt immer den Horizont, egal wie weit man reist.
18.03.2010 15:14 von
Rick

 

bikini: yep, die Erwartungen. Glaube auch, dass die Leute sich derart in Vorstellungen reinsteigern, dass sie vor Ort gar nicht mehr fähig sind, das, was sich als Ferienalltag bietet, einzuordnen, bzw. als "gut" einzuordnen, weils einfach anders ist. Und der kleingeistige Motzer, der immer zu kurz gekommen ist, wird in den Ferien nicht zum entspannten, souveränen Geniesser.
Die Leute sind zu doof, das Leben zu geniessen. Damit mein ich nicht mal nur die Ferien, umgekehrt sollten sie auch checken, dass sie sich in den restl. 48 Wochen mit Genörgel und notorischer Unzufriedenheit keinen Gefallen tun.
18.03.2010 10:33 von
Sequelle

 

viele sind schlicht und einfach überfordert mit der situation. plötzlich fällt der ganze so genannte alltagsstress weg - und was nun? keiner sagt mir, was ich tun soll... nur noch ich und mein partner da, ohne haushalt, arbeit, tv und allem anderen ablenkungsprogramm. da muss man sich wohl oder übel miteinander auseinandersetzen und eventuell sogar plötzlich miteinander reden - hiiilfeee!!! ;)
17.03.2010 16:19 von
zinemin

 

das ist der stressabfall, glaube ich. 48 wochen schaffe schaffe schaffe, immer voll unter druck, freundlich zum chef sein muessen... die einen werden dann in den ferien miesepetrig (wie du so schoen schreibst) und lassen den arbeitsfrust am hotelpersonal aus - und andere, wie ich, werden krank. tjou. so is dat, meen jung.
17.03.2010 16:14 von
mary_jane_louis

 

Es liegt auf der hand, dass schlechte angewohnheiten (z.b. motzen) durch einen ortswechsel nicht abgelegt werden, nicht mal in den ferien. Im gegenteil: die erwartungen der erholungssuchenden sind oftmals enorm und geradezu unrealistisch (warum streiten mein partner und ich ausgerechnet in den ferien so oft und so heftig??). Aber schwierige kunden triffst du in jeder dienstleistungsbranche. Oder wie du richtig schreibst: miesepetrige sind teil des jobs - aber eben nur teil. Wenn du dich mehr auf den dankbaren und pflegeleichten teil gäste konzentrierst, kannst du die komplizierteren gäste besser ertragen und ergo mit deiner energie besser haushalten. Sonst schmeisst du bald die sache hin. Auch im paradies menschelets.
17.03.2010 16:07 von
bikini

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